Das Schulgebäude erlebt wieder eine Renovierung



Während sich unsere Schülerinnen und Schüler an den Sommerferien erfreuen, herrscht im Schulgebäude Hochbetrieb: Das Haus wird gründlich renoviert. Es ist nicht das erste Mal, dass das 1933 in der Malminkatu fertiggestellte Gebäude umgebaut, erweitert oder erneuert wird.

Der ersten größeren Erweiterung und Renovierung 1978 mit der Aufstockung des Hauptflügels folgten 2000 und 2009 die Aufstockungen des Seitenflügels. Nachdem die Baufläche so fast ausgeschöpft wurde, hat sich die Schule während der letzten zehn Jahre auf die Instandhaltung und Renovierung der bestehenden Räumlichkeiten konzentriert.

So wurde u. a. im Jahr 2013 der Dusch- und Umkleidetrakt im 3. Stock gründlich umgebaut und die neuen, angemieteten Flächen im Voimatalo für die Nachmittagsbetreuung und Schülerbetreuung renoviert. An verschiedenen Stellen wurde der Außenputz erneuert und sämtliche Gänge der Stockwerke 1–3 sind neu gestrichen. Der Schulhof wurde mit neuen Geräten ausgestattet und die bestehende Ausrüstung generalüberholt.

Die größeren anstehenden Renovierungen wurden 2017 von der Firma Wise Group in Form einer Gebäudeüberprüfung und eines Langzeitplans erörtert und priorisiert. Aufgrund der Ergebnisse fand eine an Bauherren ausgerichtete Ausschreibung statt. Mit der Firma Sweco wurde dann ab 2018 begonnen, die bevorstehenden Renovierungen zu planen. Die Zeichnungen wurden aufgrund der Ideen der Schule in Zusammenarbeit mit dem Architekten Hannu Jebens des Architekturbüros Arkkitehdit von Boehm – Renell Oy geplant.

Typisch für eine Schule – und gleichzeitig auch eine Herausforderung – ist der Umstand, dass Bautätigkeiten während der Ferien stattfinden müssen. Das Anpeilen des neunwöchigen Zeitfensters der Sommerferien verknüpft mit der Beantragung und Erhaltung von Baugenehmigungen, die zudem oft Ausnahmegenehmigungen sind, der Finanzierung und den Ausschreibungen setzt eine langfristige Planungsarbeit voraus.

Überraschende Vorfälle können besonders größere Projekte prompt um ein Jahr verschieben. So erhielt zum Beispiel im Schuljahr 2018–2019 die Renovierung der kleinen Mensa mit Toilettentrakt statt der neuen Überdachung den Vorrang, weil in einer Routineprüfung der Stadt Helsinki überraschend Probleme mit der Kanalisation an den Tag gelegt wurden. Da Bautätigkeiten in diesem Areal nun sowieso anstanden, lag es auf der Hand, diese ohnehin geplanten Tätigkeiten vorzuziehen.

So wurde im Sommer 2019 die lange Mensa und der Toilettentrakt von Grund auf renoviert.

Rund um die Herbstferien wurde das Kabinett in eine Hauswirtschaftsküche umgebaut. So spart die Schule künftig die Mietkosten und kann nun das erste Mal seit 2008 wieder diesen Unterricht im eigenen Hause anbieten.

Zeitgleich wurde das seit 20 Jahren unangetastete Schulsekretariat heutigen Ansprüchen angepasst, indem dort eigene Räume für Buchhaltung und Gehaltsabrechnung geschaffen wurden. Die Platzeinsparung wurde durch eine Neuaufteilung der Arbeitsplätze und des Mobiliars erreicht. Gläserne und andere hochwertige Materialien garantieren eine moderne, nachhaltige und zeitlose Raumlösung, die die nächsten 20 Jahre die Schule als Sekretariat und auch Empfangszimmer des Schulleiters repräsentieren.

Beide Projekte wurden mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amtes und anderer Unterstützer realisiert.


Im Sommer 2020 entsteht viel Neues

Für die Sommerpause des Schuljahrs 2019–2020 steht nun die bereits einmal verschobene Großrenovierung vor, bei der das aus dem Jahr 1979 stammende und bereits mehrere Male durch Notlösungen geflickte Regendach endlich erneuert wird. Im Laufe der Planungen hatte sich auch herausgestellt, dass ein moderates Anheben des Daches möglich ist. Dadurch wiederum kann der jetzige Dachboden ausgebaut werden. Verknüpft mit der Umformung der ehemaligen Hausmeisterwohnung werden so im gleichen Zug über 140 m² Neufläche entstehen, die den Platzmangel im Bereich Unterricht und Tagungsräume deutlich entlasten wird.

Ferner zeigte es sich bei den Planungsarbeiten, dass es möglich wäre, durch sorgfältige Planung den seit über 20 Jahren außerhalb der Schule in Mieträumen stattfindenden Werkunterricht wieder im Hause anzubieten, indem die dafür ursprünglich genutzten Räumlichkeiten im Keller wiederhergestellt werden. Zeitgleich wird der Raum 115 in einen Fachraum für Textilunterricht umgebaut und mit dem Werkraum verknüpft. So wird die lehrplanmäßige Gestaltung des Unterrichts erstmals auch räumlich gewährleistet.

Bauarbeiten in diesem Trakt ermöglichen auch eine zeitgleiche Umgestaltung des ehemaligen Büros der Schulgesundheitsfürsorgerin in ein neues Hausmeisterbüro und einer neuen Eingangskontrolle mit direkter Sicht auf das Eingangstor und die Straße. Diese Lösungen erhöhen die Sicherheit in Form einer direkteren Eingangskontrolle und ermöglichen auch eine eventuelle Verschärfung dieser, sollte dies in der Zukunft nötig sein.

Aus den Bautätigkeiten für diesen Sommer 2020 folgt, dass die Funktionen einiger Räume neu definiert werden müssen, da die Verlegung der Tätigkeiten neue Bedürfnisse schafft. So werden die Räume 113 und 429 zu modernen Klassenräumen und der Raum 211 zu einem neuen Lehrerzimmer umgestaltet.

Durch all diese bautechnischen Lösungen in den Schuljahren 2018 bis 2020 werden hunderte von Quadratmetern an nichtbenutzter Fläche für den Unterricht und den Schulalltag gewonnen und zigtausende Euros an Mietkosten jährlich eingespart. Neben alldem wird es der Schule möglich sein, weiterhin an diesem Standort im Herzen Helsinkis zu bleiben und auch räumlich einen qualitativ hochwertigen Unterricht zu gestalten.

Text und Fotos: Joachim Bauer, Geschäftsführer


Sekretariat 2000–2019


Sekretariat 2020


Hier noch nicht ganz fertig: die neue Hauswirtschaftsküche.


Im Kabinett befindet sich jetzt die neue Lernküche.


Im Kabinett befindet sich jetzt die neue Lernküche.


Die lange Mensa (1978–2019) wird renoviert.


Die neue lange Mensa 2019 vor der Möblierung.


Neuer Kletterbogen und neuer Boden im Pausenhof.


Ein Rohr für Regenwasser wird untersucht